• WAKE UP Team

Zu Beginn der Krise wurden unsere Märkte überrannt.

Die BIO COMPANY steht für einen hohen Anteil an regionaler Ware in ihrem Sortiment. Sie führt insgesamt 60 Filialen, schwerpunktmäßig im Raum Berlin-Brandenburg, in Hamburg hat sie 4 Märkte. Hier sorgen über 60 Lieferanten für Waren aus der Region.

Boris Frank ist Marketingleiter und verantwortlich für das Marketing-Team.


WAKE UP: Wie geht es euch: Inwiefern hat euch die Corona-Krise betroffen?

Frank: Als Bio-Lebensmittelhändler sind wir durch die so genannte Systemrelevanz noch vergleichsweise gut durch die Situation gekommen. Es gab Spitzen, wo die Menschen sehr viel eingekauft haben, allerdings hatten wir auch Mehrkosten durch die Hygienemaßnahmen zu tragen und haben unseren Mitarbeiter*innen auch recht schnell Gehaltszuschläge gezahlt, weil die Teams teilweise schier Übermenschliches geleistet haben.


Große Herausforderungen gab es beispielsweise bei der Warenverfügbarkeit. Zwar konnten wir größere Mehrmengen an Waren zur Verfügung stellen. Aufgrund der begrenzten Bio-Anbauflächen und unserer starken regionalen Ausrichtung war es aber nicht immer leicht, die gesamte Nachfrage zu erfüllen. Dies betraf besonders die Waren Eier, Mehl und Hefe.


WAKE UP: Als Lebensmittel-Einzelhandel durftet ihr während des Lockdowns geöffnet bleiben. Mit welchen Maßnahmen musstet ihr die neuen Rahmenbedingungen in all euren Geschäften absichern?

Frank: Dies war recht umfangreich und hat sich zu Beginn der Krise auch täglich erweitert. Wir haben sehr früh Desinfektionsmittelspender an den Eingängen unserer Märkte platziert. Ebenso wurden unsere Mitarbeiter mit Mund-Nasenschutz und Handschuhen ausgestattet. Einkaufswagen und Körbe wurden durch Teams manuell desinfiziert.


Später kam dann die Einrichtung von Plexiglaswänden hinzu, die als so genannter „Spuckschutz“ dienen. Ebenso richteten wir eine Security ein, um den Zugang von Personen gemäß den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu begrenzen. Auch haben wir Abstandsmarkierungen auf den Böden fixiert. Gleichzeitig mussten wir in alle Richtungen kommunizieren – und das bei sehr veränderlicher Sachlage. All dies passierte in rascher Abfolge, aber unsere Teams haben wirklich hohe Motivation und Engagement gezeigt. Es gibt einen unglaublichen Zusammenhalt gemeinsam die Situation zu stemmen. Auch die Kunden sind sehr verständnisvoll.





WAKE UP: Welche Veränderungen stellt ihr im Konsumverhalten eurer Kunden fest?

Frank: Zu Beginn der Krise wurden unsere Märkte schier überrannt, so dass selbst unser Chef und auch die Mitarbeiter aus der Verwaltung teilweise in den Läden mit angepackt haben. Das war aber ganz zu Anfang, wo die Sachlage unklar und die Unsicherheiten noch größer waren. Dies war sicher auch ein psychologisches Phänomen. Wir sind dann aber recht schnell in die Kommunikation mit unseren Kunden gegangen und haben erklärt, dass so genanntes „Hamstern“ nicht nötig ist und die Waren auch wieder nachgeliefert werden. Auch, wenn dies mal 1-2 Tage länger dauert, ist die Verfügbarkeit gesichert. Unsere Kund*innen haben darauf sehr sensibilisiert und umsichtig reagiert und es hat sich mittlerweile etwas reguliert. Dennoch ist die Nachfrage höher als sonst. Und der Wunsch nach regionalen Produkten ungebrochen. Unsere Kunden schätzen auch, dass sie die Lieferanten kennen und zum Teil auch selbst bereits besucht haben.


WAKE UP: Ihr habt einen Wunsch frei: Was nimmt die Gesellschaft aus dieser Lage mit – insbesondere im Hinblick auf ein nachhaltiges, qualitätsbewusstes Einkaufsverhalten?

Frank: Die Chance liegt in einem Umdenken der Gesellschaft und mehr Konsum von nachhaltigen Lebensmitteln. Wir sehen mit Freude, dass insgesamt im Lebensmittelhandel die Wertschätzung gegenüber regionalen Produkten auch bedingt durch Corona steigt. Unsere ganz große Hoffnung ist die, dass sich diese Haltung nach der Krise weiter aufrecht hält und dass unter anderem auch Abhängigkeitssysteme in der Produktion von Billigfleisch oder preisdumpenden China-Importen noch transparenter werden. Es wäre eine große Errungenschaft, wenn die Verbraucher noch stärker wahrnähmen, dass Qualität, Umweltverträglichkeit, Tierwohl und die Unterstützung regionaler Bauern nicht nur ihren Preis, sondern auch mit Wertschätzung zu tun hat.


www.biocompany.de



BIO COMPANY unterstützt Künstler mit Pop-Up-Konzerten

In ausgewählten Berliner BIO COMPANY Märkten spielen und singen seit April rotierend Musiker*innen solo oder als Band. Angeregt wurde die Aktion durch die Musikerin Daniela Maul. Hintergrund ist der, dass viele Künstler*innen vor dem finanziellen Aus stehen. Viele sehnen sich nach Auftritten – die gesetzlichen Regelungen machen es derzeit unmöglich. Die BIO COMPANY will Musiker*innen unterstützen und in den Märkten spielen lassen. Für dieses ehrenamtliche Engagement bedankt sich das Unternehmen mit einem Einkaufsgutschein.


Fotos: BIO COMPANY; Daniela Maul & Manfred Rose (Musiker)

27 Ansichten
WAKEUP_Logo_RGB_ohne_Zusatz_gruen.png

2021
Hamburg, Heiligengeistfeld

  • Weiß Facebook Icon
  • Weiß Instagram Icon

© 2020 AHOI Events GmbH - Weitere Informationen in Kürze.