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Müll, Masken und Menschen – Oder: Wie man das Thema Müll auch „cool“ anpacken kann

Oclean ist eine von den drei Schwestern – Hannah, Lena und Marie – im Sommer 2019 gegründete gemeinnützige GmbH mit Sitz in Hamburg. Mit ihrem Projekt wollen die Drei dazu ermutigen, einfach aktiv zu werden und anstatt lange zu reden, lieber den Müllgreifer zu schwingen. Gemeinsam als Hamburger Community wollen sie für unsere Stadt, unsere Umwelt und Gewässer einstehen.


WAKE UP: Hallo Oclean, wer seid ihr?

Oclean: Wir sind Hannah (29), Lena (29) und Marie (26), drei Schwestern

aus Hamburg. Wir haben vor einem Jahr die gemeinnützige GmbH Oclean gegründet.


WAKE UP: Seit wann und warum gibt es Oclean? Was ist eure Mission?

Oclean: Anfang 2019 haben wir unser erstes Clean Up mit Friends und unserer Family organisiert und im Sommer 2019 dann offiziell die gGmbH gegründet. Wir organisieren Müllsammel-Aktionen, Workshops und Events rund um das Thema Müllvermeidung und -reduzierung. Unser Vater ist im Kieler Verein 'One Earth One Ocean' aktiv, wovon wir inspiriert und motiviert waren, sodass wir uns auch in Hamburg engagieren wollten. Anfangs haben wir mit Freunden am Wochenende Müll gesammelt, wobei sich nach kurzer Zeit immer mehr Menschen angeschlossen hatten und die Oclean-Community schnell gewachsen ist. Unsere Mission ist es, Aufmerksamkeit auf die Müll-Problematik zu lenken und das Bewusstsein der Menschen zu schärfen. Lösungsorientierte Aufklärung und verantwortliches Handeln bilden dabei die Basis für unsere gemeinschaftlichen Aktivitäten.

WAKE UP: Wie schafft ihr es mit Oclean, dass das eingestaubte Thema Müllvermeidung „cool und sexy“ ist?

Oclean: Wir möchten das ganze Thema auf eine lockere und bunte Art und Weise den Menschen näherbringen. Ohne erhobenen Zeigefinger wollen wir auf die ernste Thematik aufmerksam machen und vermitteln, dass es Spaß machen kann, sich zu engagieren. Außerdem verbinden wir das Thema Müll gern mit coolen Aktivitäten und Events, so dass auch Menschen, welche noch keine Berührungspunkte mit Clean Ups und Co. haben, ohne Hemmungen mitmachen können.

WAKE UP: Der Umgang mit Müll in der Großstadt ist eine herausfordernde Sache: Wo setzt ihr mit eurer Aufklärung an?

Oclean: Aufklärung ist für uns ein wichtiger Punkt. Nur wenige Menschen beschäftigen sich mit Themen wie Mülltrennung oder Mikroplastik, obwohl wir ja alle Müll produzieren und Expert*innen sein sollten. Daher finden wir es sehr wichtig, grundlegendes Wissen zu teilen und sich auszutauschen. An Schulen haben wir bereits Projekttage begleitet und mit Schüler*innen Clean Ups veranstaltet. Gerade die Kinder sind super motiviert und teilweise auch schon super informiert in dem Bereich. Aufgrund der aktuellen Lage hatten wir in den letzten Wochen auch digital mit Schüler*innen Konzepte bezüglich Nachhaltigkeit auf Großveranstaltungen erarbeitet und waren begeistert vom Engagement der Kinder und Jugendlichen.



WAKE UP: Beeinflusst die neue Situation mit Corona die urbane Verschmutzung? Gibt es mehr oder weniger oder eine andere Art von Müll?

Oclean: Auf jeden Fall! Wir nehmen definitiv eine Veränderung durch Corona bezüglich der urbanen Verschmutzung wahr. Gerade in Kombination mit gutem Wetter konnten wir einen Anstieg an To-Go-Verpackungen in der Natur feststellen. Vor allen Dingen Pizzakartons und Coffee-To-Go-Becher haben wir in den vergangenen Monaten aufgesammelt. Natürlich verstehen wir, dass aus hygienischen Gründen gerade auf eine sichere Verpackung geachtet werden muss, dennoch muss man den entstandenen Müll ja nicht auf der Straße liegen lassen. Und die Tatsache, dass wir fast täglich Masken auf der Straße liegen sehen, finden wir auch total paradox. Der Schutz für uns gegen die Pandemie landet in der Natur und macht diese 'krank'. Anfangs dachten wir, dass durch den geringen Tourismus und die eingeschränkten Aktivitäten sich die Natur in der Corona-Zeit etwas erholen kann. Leider hat sich nun das Gegenteil bewiesen.

WAKE UP: Was ist das Skurrilste, was ihr gemacht beim Müllsammeln gefunden habt?

Oclean: Jedes Mal ist wieder etwas Lustiges bei unseren Funden dabei. Beispielsweise hatten wir vergangenes Jahr eine Videokassette bei einem Clean Up in der Neustadt gefunden. Ein Kind hatte daraufhin gefragt, was das sei, wobei wir uns fragten, ob diese Kassette dort schon länger lag. Ein anderes Mal hatten wir eine Socke gefunden, welche komplett mit Moos bewachsen war, was ehrlich gesagt ziemlich cool aussah. Beinahe gewollt. Vielleicht wird das ja irgendwann einmal Trend?

WAKE UP: Ihr habt einen Wunsch frei: Was nimmt die Gesellschaft aus der aktuellen Lage mit?

Oclean: Puhh, wir hätten einige Wünsche. Aber wir hoffen, dass die Gesellschaft mehr Achtsamkeit aus der aktuellen Lage mitnimmt. In Bezug auf die eigene Gesundheit, die Umwelt aber auch den Umgang mit den Mitmenschen. Egoistisches Verhalten sollte abgelegt und das Miteinander mehr in den Vordergrund gerückt werden! Denn nur gemeinsam können wir eine Veränderung bewirken.

WAKE UP: Wann ist der nächste Clean Up-Termin im September?

Oclean: Am 19. September ist der World Clean Up Day! Natürlich sind wir mit dabei und räumen in St. Pauli ordentlich auf. Am 24. September sagen wir den Zigarettenstummeln den Kampf an und machen ein Kippen-Clean Up vor der Rindermarkthalle. Alle Infos gibt es auf unserer Website oder Social Media Kanälen.

oclean.hamburg



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