• WAKE UP Team

Gemeinsam reparieren anstatt neu zu kaufen

Der gemeinnützige Verein Welcome Werkstatt e.V. ist die erste inklusive offene Stadtteilwerkstatt in Hamburg-Nord. Das Zuhause der Welcome Werkstatt ist die alte Barmbeker Feuerwache in Barmbek-Süd. Wir haben mit Andrea Kupke über die Welcome Werkstatt und das Fahrrad-Repair-Café gesprochen.

WAKE UP: Hallo, wer bist du? Was genau tust du bei Repair-Café?

Andrea: Beruflich komme ich aus dem Elektronikbereich, in meiner Freizeit engagiere mich in der Welcome Werkstatt e.V. und verkehrspolitisch im ADFC. Meine Aufgabe beim Repair-Café ist die Organisation, also Termine zu machen und dafür Reparateur*innen zusammen zu stellen und dafür zu sorgen, dass sich in normalen Zeiten jemand verantwortlich fühlt, Kaffee zu kochen und die Aktion zu bewerben. Bei der Aktion selbst nehme ich die Gäste mit ihren "Patienten" in Empfang, kläre über das Prozedere auf und beurteile in einem ersten Schritt, an welche Reparaturstation es geht.


WAKE UP: Was ist eure Mission?

Andrea: Unser Ziel ist es, Geld und Ressourcen zu sparen und kaputte Dinge gemeinsam zu reparieren, anstatt sie neu zu kaufen. Das ist nachhaltig. Wir bringen Freiwillige und Hobbybastler aus dem Stadtteil zusammen mit Besitzer*innen defekter Gebrauchsgegenstände zusammen.

Unser Angebot an Workshops zu verschiedenen Themen befindet sich im Aufbau.


WAKE UP: Wie finanziert ihr euch?

Andrea: Mit unseren Mitgliedsbeiträgen wird die Miete der Räumlichkeiten und Verbrauchsmaterial finanziert. Unsere Werkzeugausstattung stammt zum großen Teil aus Spenden gebrauchter Werkzeuge und der Auflösung von privaten Werkstätten.

WAKE UP: Was genau ist ein Fahrrad-Repair-Café?

Andrea: Unser Repair-Café in der Welcome Werkstatt ist ein Projekt, bei dem Gäste ihre defekten Toaster, Kleinmöbel oder Stehlampen anschleppen, um gemeinsam mit den Reparateuren die Probleme zu finden und zu reparieren. Das Fahrrad-Repair-Café ist ein neuer Schwerpunkt, den wir aufgrund von Corona gesetzt haben.

WAKE UP: Inwiefern hat euch die Corona Situation beeinflusst?

Andrea: Das klingt ganz banal, aber wegen Corona können wir uns nicht mehr gemeinsam eng über die defekten Gegenstände beugen und zusammen schrauben und reparieren. Auch ist das Löten mit Brille und Maske nicht wirklich angenehm – und Spaß muss es ja allen machen, das ist das Wichtigste! Deswegen sind wir auf die Fahrrad Reparatur gekommen. Dabei kann man auch gut draußen sein. Man hat schon automatisch mehr Abstand und die Gäste können meist auch mehr selbst dabei tun.

Allerdings sieht es jetzt so aus, als würde Hamburg zum Risikogebiet und ich fürchte, solche Aktionen sind die ersten, die man besser sein lässt. Die Gesundheit der ehrenamtlichen Helfer wollen wir auf keinen Fall gefährden. Wir sind gerade dabei zu besprechen, ob wir ein Online Repair-Café auf die Beine gestellt bekommen. Man muss in diesen Zeiten flexibel sein und da gibt es einiges Potential!

Im Moment kann ich nicht abschätzen, wie es mit dem Fahrrad-Repair-Café weitergeht. Die Dinge ändern sich gerade zu schnell. Schaut doch einfach mal auf der Webseite der Welcome Werkstatt vorbei. Dort wird weiterhin gebastelt, allerdings nur maximal mit sechs Leuten gleichzeitig.

Webseite: https://www.welcome-werkstatt.de

Bilder: Reparatur von Fahrrad, Reiskochen und Holzstuhl

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2021
Hamburg, Heiligengeistfeld

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